Freitag, 15. Februar 2013

Wann neue Markenstrukturen nötig sind

Basiered auf den unterschiedlichsten Kriterien werden Marken gebildet. Mondelez ist nach der geografischen Reichweite eine neue globale Dachmarke, die wiederum viele Familienmarken, Mehrmarken und Einzelmarken, die bereits weltweit sehr bekannt sind, beherbergt. (vgl. Gläser, 2010, S.454f) Dies ist eine eher ungewöhnliche Markenneubildung, für die es aber auch laut der Unternehmensführung gute Gründe gibt.

Nachdem sich jahrelang Unternehmen gegeseitig aufkauften und immer größere "global Player" entstanden, ist Kraft eines der ersten Unternehmen, dass sich den ständig und immer schneller verändernden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen erneut anpasst. Die Aufteilung des Unternehmens in zwei große Dachmarken dient dem besseren Management für die Geschäftsfelder. Einzeln sollen diese flexibler agieren können.

Historisch gewachsene Markenstrukturen der Kraft Foods Gruppe wurden dadurch überdacht und reorganisiert. Dabei wurde eine sogenannte Top-Down-Strategie gefahren. Das interne Wachstum des Unternehmens Kraft Foods machte einen prägnanteren Markenauftritt notwendig und führte zu den beiden Markenpositionierungen auf dem amerikanischen Markt und dem restlichen Weltmarkt.



Die neuen Unternehmensstrukturen bei Kraft und Mondelez
Quelle: http://www.spinoffresearch.com/Portals/123605/images/kft%20pre%20&%20post%20spin%20stucture%2010.3.12.png
Klar ist, dass Mondelez keine "reine" Markenstrategie einsetzt, sondern auf horizontale (mehrere Marken werden in einem Markt geführt) sowie vertikale (Einzel, -Familien- und Dachmarken kombiniert und gestaltete Markenarchitekturen) Kombinationen setzt. Diese Strategie hat zum Ziel fragmentierte Märkte und zersplitterte Zielgruppen bestmöglich anzusprechen. "Die Herausforderung einer horizontalen Kombination liegt in der trennscharfen Positionierung aller Marken um Kannibalisierungen entgegenzuwirken. Der Vorteil der vertikalen Kombination liegt in der zielgruppenspezifischen Ansprache, ohne auf die Vorteile einer Dachmarke verzichten zu müssen."(Esch, 2004)

Bei Kraft Foods war bereits das selbe System anzutreffen. Der Unterschied liegt nun jedoch darin, dass die Markenkommunikation für den nicht-amerikanischen Markt angepasster gestaltet werden kann. Denn Marketing bedeutet in erster Linie ein Unternehmen von seinen Märkten her zu führen, einen klaren Fokus auf die Kunden und Konkurrenz, aber auch auf weitere Zielgruppen im Sinne des Stakeholder-Ansatzes, zu legen.

"Markenpositionierung und Markenführung werden damit zu zentralen Bestandteilen der Unternehmensführung - weit über den Einsatz der Marketinginstrumente hinaus." (Schmidt/Vest, 2010, S. 9) "Der Stakeholder-Ansatz berücksichtigt bei allen in der Unternehmensführung getroffenen, unternehmerischen Entscheidungen die Interessen aller mit dem Unternehmen in Zusammenhang stehenden Anspruchsgruppen."(Schmidt/Vest, 2010, S. 30)

Kraft Foods gab es allerdings durch die Unternehmensneustrukturierung auf mit an der Spitze der weltweiten Unternehmen zu stehen. Doch dies sollte man nicht unbedingt als Nachteil betrachten. Gemeinsam sind die Mondelez und Kraft noch immer eine gewaltige Wirtschaftskraft, die in Zukunft noch erfolgreicher wirtschaften will. Doch die Konzentration auf die Märkte führt vordergründig weg von einem rein finanzgetriebenen Vorgehen. Mit diesem laufen Unternehmen auf Dauer Gefahr laufen, Märkte, Kunden, Markenwerte, innovative Produkte und notwendige Investitionen zu vernachlässigen. Dies mussten viele Unternehmen bei der Finazkrise 2008 auch schmerzhaft erfahren. Ohne die Bedeutung der Finanzmärkte für die globalisierte Wirtschaft schmälern zu wollen, wird mittlerweile betont, dass die Konzentration auf diese nicht fundamental für den Unternehmenserfolg sind. (vgl. Schmidt/Vest, 2010, S.9)

Mondelez nutzt die Verkleinerung des Unternehmens sogar sehr geschickt, um die Unternehmenswerte der Dachmarke ("Create Joy") in den Vordergrund zu bringen und des Fokus der Kunden darauf zu lenken (und nicht auf die Position an der Börse oder auf die enorme Wirtschaftskraft). Bei Mondelez wird kommuniziert, dass man sich am Kundennutzen ausrichtet und dabei soziale und gesellschaftliche Verantwortung übernimmt. Die Aufteilung sozusagen für den Kunden gemacht wurde. Zudem ist auch die interne Mitarbeiterkommunikation groß geschrieben. (vgl. Mondelez International, 2013) All das sind Punkte die das Unternehmen geschickt auf dem neudifinierten, homogeneren Markt positionieren und in eine erfolgreiche Zukunft führen sollen.
Die neue Markenstrukturierung wurde aus Managementgründen vollzogen, die möglicherweise zukunftsweisend für Unternehmen sind, die sich weiter auf dem sich wandelnden globalen Markt behaupten wollen. Nach dem Trend zum Zusammenschluss zu riesigen Unternehmen, scheint die strategische markt- und zielgruppenorientierte Neuaufteilung ein möglicher Trend im Marketing des 21. Jahrhunderts.


Quellen:

Esch, F.-R. (2004): Strategie und Technik der Markenführung. 2. Auflage. München: Vahlen.

Gläser, M. (2010): Medienmanagement. 2. Auflage. München: Vahlen.

Schmidt, D. & Vest, P. (2010): Die Energie der Marke: Ein Konsequentes und Pragmatisches Markenführungskonzept. Wiesbaden: Gabler.


Mondelez International Inc. (2013): http://www.mondelezinternational.com/home/index.aspx


Darf ich vorstellen: Mondelēz International

Hier ein kleiner Überblick über die Marken die das Unternehmen Mondelēz International Inc. führt.
Mondelēz International Inc. Produktportfolio
Quelle: http://content.kraftcorporate.com/flash/2012_videos/MDLZMontage2012.swf

Freitag, 8. Februar 2013

Mondelez Launch

Seit Oktober 2012 wird die Mondelez-Aktie an der Nasdaq gehandelt. Der Plan des Managements, Kraft Food in zwei Unternehmen aufzuspalten, wurde von den Aktionären bewilligt. Seither heißt das Lebensmittelgeschäft in Nordamerika weiter Kraft Foods und das Snack- und Süßwarengeschäft sowie das gesamte Auslandsgeschäft Mondelez International.
Hinter dem Namen steckt das Wort Monde, das französische Wort für "Welt", und delez fungiert als eine Abwandlung von "delicious", englisch für "lecker".
Mit 35 Millarden Dollar Umsatz stellt Mondelez nun den Hauptwirtschafter im Kraft-Imperium dar. Kraft Foods in Nordamerika kommt nur auf 19 Millarden Dollar.
Der Konzern erwartet von der Aufspaltung eine bessere Konzentration auf die profitablen Geschäftszweige, der beiden Unternehmen eine flexiblere Unternehmenspraxis ermöglicht.
Eine solche Aufspaltung erscheint zuerst einmal ungewöhnlich, gab es in der Vergangenheit aber mehrfach. Bayer spaltete beispielsweise vor ein paar Jahren seine Spezialchemie-Tochter Lanxess ab und auch hier zahlte sich die Strategie aus: Beide Unternehmen spielen im Dax in der ersten deutschen Börsenliga. (vgl. ARD-Börse, 2012)

Zum Launch des Unternehmens Mondelez International verbreiteten diese ein Video, das die Philosophie die hinter dem Unternehmen steckt vermitteln soll. Mit diesem Video möchte ich nun einführen in die Unternehmenskommunikation des neuen Süß-/Snackwarengurus Mondelez:


Auf der Webseite von Kraft Foods wurde zum Mondelez Launch folgendes verlautet:
(Quelle: http://deeu.kraftfoodscompany.com/KFE/About/MondelezInternational.aspx)

Aus Kraft Foods wird Mondelēz International


Tag Eins für weltweites Snacking Unternehmen
Mondelēz International, Inc. (NASDAQ: MDLZ), der weltweit führende Hersteller von Schokolade, Keksen, Kaugummi und Süßwaren, feiert in dieser Woche auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz seinen Markteintritt als neu formiertes Unternehmen. Im Rahmen weltweiter Aktivitäten begrüßen rund 100.000 Mitarbeiter in über 80 Ländern und 300 Büros, Forschungs- und Entwicklungsabteilungen sowie Distributionszentren und Produktionsstätten Mondelēz International.
 

Nach der Abspaltung des nordamerikanischen Lebensmittelgeschäfts am 1. Oktober 2012 ändert das bislang unter Kraft Foods Inc. firmierende Unternehmen seinen Namen in Mondelēz International, Inc. Der neue Firmenname ist eine Wortneuschöpfung, die für eine Welt voll leckerer Produkte steht. 
 So gehören zu Mondelēz International viele der weltweit beliebtesten Nahrungsmittel- und Getränkemarken, darunter Cadbury, Jacobs, LU, Milka, Philadelphia, Tassimo und Trident.
 

„Dies ist ein besonderer Tag für uns. Wir feiern unser Debüt als Mondelēz International und setzen damit einen neuen Fokus. Als globale Snacking-Spezialisten wollen wir unsere Konsumenten begeistern. Dafür sind wir einzigartig positioniert”, sagt Irene Rosenfeld, Vorstandsvorsitzende und CEO. „Als Startup-Unternehmen sind wir weltweit einmalig. Unsere Marken wie Oreo, Cadbury und Milka werden weltweit seit Generationen von Konsumenten geschätzt. In Kombination mit einem Jahresumsatz von 36 Milliarden US Dollar1 verleiht uns dies eine besondere Dynamik.” 

Das Unternehmen versucht von Anfang gläsern aufzutreten und geht mit den Beweggründen zur Aufspaltung offen um. Es versucht zu suggerieren, dass diese auch im Interesse der Konsumenten geschah, da nun die gute Qualität der Produkte einfacher herzustellen sei.
Als einziges Unternehmensziel wird: "Create Joy" angeführt. Die sebstformulierte Mission des Unternehmens ist demnach Freude schaffen. Das entspricht dem durch das Unternehmen zu erfüllender Auftrag. Eine solche Mission trifft Aussagen zu:
– ... Unternehmenszweck und Zielen
– ... Werten
– ... Verhaltensstandards
– ... Strategien
Der Detailgrad der formulierten Mission ist bei Unternehmen aber unterschiedlich ausgeprägt und bei Mondelez ähnlich kurz formuliert wie bei beispielsweise Walt Disney: „To make people happy.“ (vgl. Gläser, 2010, S. 641)

In meinen nächsten Beiträgen möchte ich das Unternehmen weiter vorstellen und auf die Umsetzung der Markeneinführung eingehen.

Quellen:

ARD-Börse (2012): Kraftvolle Spaltung: Aus Kraft Foods wird Mondelez. Abgerufen am 01.02.2013 von: http://boerse.ard.de/meldungen/kraft-mondelez-aktie-nasdaq-abspaltung100.html.

Gläser, M. (2010): Medienmanagement. 2. Auflage. München: Vahlen.

Kraft Foods Inc. (2012): Aus Kraft Foods wird Mondelez International. Abgerufen am 24.01.2013 von: http://deeu.kraftfoodscompany.com/KFE/About/MondelezInternational.aspx.

Video Source: http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=UL0Wi0WPOeU
Abgerufen am 24.01.2013.

Donnerstag, 24. Januar 2013

Mondelēz kommt

In meinem letzten Blogpost setzte ich mich mit einer Studie auseinander, die den Stellenwert des Unternehmenansehens und des Vertrauens der Konsumenten zu den Unternehmen hinter Marken darlegt.
(auch hier nochmal zum nachlesen: http://dicotalication.blogspot.de/2013/01/in-reputation-we-trust.html)

Wegen diesem Hintergrund finde ich es sehr interessant, dass das Unternehmen Kraft Foods Europe im Oktober 2012 seine Dachmarke änderte, aufgrund der Einführung der neuen Marke Mondelēz International. Kraft Foods Europe war als Dachmarke einer der führenden Hersteller von Schokoladen- und Keksprodukten, Kaffee, Kaugummi und Süßwaren sowie Käse und Nahrungsmitteln in Europa. (vgl. Kraft Foods Inc.) Das Ansehen des Unternehmens ist sehr hoch und Produktmarken wie Milka, Tassimo und Philadelphia genießen die besten Reputationen bei Konsumenten.

Auf meinem Blog möchte ich den Prozess "Kraft Foods wird Mondelēz" in Augenschein nehmen und die alten Kommunikationsstrategien von Dachmarken zu Familien- und Produktmarken mit den Strategien unter Mondelēz vergleichen. Besonders interessant erscheint mir, wie der Wechsel der Dachmarke an den Konsumenten herangebracht wird. Fraglich ist, wie sehr der Namenwechsel dem Ansehen der Produkte schaden wird und, ob das Vertrauen der Konsumenten dadurch strapaziert wird.

Kraft geht - Mondelez kommt
(Quelle: http://deeu.kraftfoodscompany.com/SiteCollectionImages/ImageRepository/KFE/Home/hero_eu.jpg
)
Ausgenommen der amerikanische Markt wird die Marke Kraft weltweit eliminiert. Dem liegt die Aufspaltung des Konzerns in zwei eigenständige Einheiten zugrunde. In den USA wird man weiterhin mit der Marke Kraft arbeiten, die deutschen Verbraucher müssen sich an das Kunstwort Mondelēz gewöhnen.

"Der Wechsel von Kraft Foods bzw. Kraft zu Mondelēz wurde am 1. Oktober 2012 nach Börsenschluss in New York offiziell vollzogen. Der Plan hierzu wurde von Konzernlenkerin Irene Rosenfeld bereits seit langem verfolgt. Rosenfeld glaubt, dass sich die beiden eigenständigen Unternehmen Kraft Foods (USA) und Mondelēz (Rest der Welt) getrennt besser entwickeln würden, weil sie nun effizienter und schneller agieren könnten. Wie die Vernichtung einer über die Jahrzehnte gelernten Marke bei der Kundschaft ankommt, bleibt abzuwarten."(Markenfaktor, 2012)

Dazu möchte ich Irene Rosenfeld gerne kurz vorstellen und ihre Stellungnahme zur Aufteilung des Kraft Imperiums in einer TV-Show zeigen:

Ich finde ihre Ansichten sehr interessant, ebenso wie ihr Auftreten in der Öffentlichkeit, dass von Anfang an Gläsernheit der neuen Marke Mondelēz International suggeriert. Sie gibt Mondelēz ein sympathisches und seriöses Gesicht.

Beim neuen Mondelēz-Logo setzte man auf zwei bewährte Farben des Konzerns: Dem Rot aus dem Kraft-Logo und dem Lila-Farbton des Milka-Logos. Sowohl auf Unternehmens als aucz auf Produktebene soll das neue Logo eingesetzt werden.
Ersetzt das bekannte Kraft-Logo: Mondelēz
(Quelle: http://www.markenfaktor.de/wp-content/uploads/2012/10/Das-neue-Mondelez-Logo.jpg)
Die Marke Kraft führte eine Vielzahl von in Deutschland sehr beliebten Produkten. Dadurch dürfte in einigen Teilbereichen die Markenumstellung in der Praxis sehr schwierig werden. Nämlich immer dann, wenn die Dachmarke identisch mit der Produktmarke ist: "Aus Kraft Ketchup müsste folgerichtig in Europa »Mondelēz Ketchup« werden. Da dies kaum vollstellbar ist, wird es wohl Ausnahmen geben müssen."(Markenfaktor, 2012)
Dachmarkenwechsel: Kraft wird Mondelez
(Quelle: http://www.markenfaktor.de/wp-content/uploads/2012/10/Kraft-Foods-verschwindet-Mondelez-kommt_2.jpg)

Dies sollte einen kleinen Überblick über die Situation von Kraft und Mondelēz geben. In kommenden Artikeln möchte ich mich mit einzelnen Aspekten intensiver beschäftigen. Besonders die Kommunikationsmittel, die die Dachmarke Mondelēz anwendet und von Kraft übernimmt oder neu gestaltet, sind dabei von Relevanz. Letztlich möchte ich die Frage: "Welche Werbe- und Marketingkommunikation wenden Dachmarken (in meinem Fall Mondelēz) an, um ihre verschiedensten Produkte weltweit zu vertreiben/bewerben?" beantworten. Meine Ergebnisse werde ich auch mit anderen Dachmarken, die durch meine Learning-Community untersucht werden, vergleichen und hoffe so einen interaktiven, innovativen Lernprozess beizuwohnen.



Quellen:

Kraft Foods Inc. (2013): Über Uns. Aufgerufen am 24.01.2013 von: http://deeu.kraftfoodscompany.com/KFE/About/index.aspx.

Markenfaktor (2012): Kraft stirbt - Mondelez kommt. Aufgerufen am 28.11.2012 von: http://www.markenfaktor.de/?p=2115.

YouTube (2013): Ex-Kraft CEO: Size isn't everything. Aufgerufen am 04.02.2012 von:
https://www.youtube.com/watch?v=uI1fV_oRWiE

In Reputation We Trust


Bereits vor ein paar Wochen bin ich über eine Studie von Weber Shandwick und KRC Research gestolpert, die mein Interesse weckte. Ende 2011 führten diese Nachforschungen zu Wechselbeziehungen zwischen Marken- und Firmenansehen durch. Die Ergebnisse wurden unter dem Titel "The Company behind the Brand: In Reputation We Trust" veröffentlicht. Es wurden 1.375 Konsumenten und 575 leitende Angestellte, aus Unternehmen mit einem Jahresumsatz von 500 Millionen $ oder mehr, befragt. Die Teilnehmer stammten aus den Wirtschafts-Märkten USA und UK sowie aus den Wachstumsmärkten China und Brasilien. Die Studie ist abrufbar unter: webershandwick.de/download/MultiBrandSpotlight_Report.pdf
Laut der Umfrage sind 75 Prozent der Führungskräfte in Multi-Brand-Unternehmen der Meinung, eine hohes Ansehen der Dachmarke sei genauso wichtig wie das Image der einzelnen Produktmarken des Unternehmens. Denn es ergab sich, dass die Verbraucher heutzutage bei ihren Kaufentscheidungen immer mehr auch das Unternehmen hinter der Marke und dessen Werte berücksichtigen. Sie seien allgemein gut vernetzt und informiert. Deshalb sollten Unternehmen in Zukunft darauf bedacht sein, auch die Unternehmensmarke ins öffentliche Licht zu rücken und so das Potential einer starken Reputation voll auszunutzen. So äußerste sich zumindest Leslie Gaines-Ross, Chief Reputation Strategist bei Weber Shandwick. (vgl. Weber Shandwick Deutschland, 2012)
Unternehmen stehen beim Verbraucher immer mehr auf dem Prüfstand, daher kann die Fehleinschätzung der Motivation oder Kaufbereitschaft für die Hersteller problematisch werden. Es wird daher angeraten, solange es keine strategischen Notwendigkeiten gibt die Sichtbarkeit der Dachmarke zu minimieren, mit jeder Produktwerbung, jedem Label oder bei zusätzlichen Kundeninformationen, die Unternehmensmarke eindeutig zu kommunizieren. Sobald der Verbraucher bei der Informationssuche auf sich gestellt sei, stelle er eigene Nachforschungen an; jede dabei auftretende Umstimmigkeit in der Unternehmenskommunikation wird er
verbreiten. (vgl. Wander, 2012) Die folgende Grafik verdeutlicht, wie viel Wert die Verbraucher heute dem Image von Dachmarken und Unternehmen beimessen.
Wichtigkeit der Dachmarkenreputation. (Quelle: Weber Shandwick & KRC Research, 2012, S.5)

Verpasste Kommunikationschancen zu Lasten der Reputation
Am häufigsten diskutieren Konsumenten über die Produkte einer Firma. 69 Prozent der Verbraucher gaben an, dass sie ihre Gefühle gegenüber eines Produktes nach einem Kauf oft oder regelmäßig erörtern. Als ebenso relevante Gesprächsthemen gelten der Kundenservice, der Umgang mit Mitarbeitern, Fehlverhalten oder Skandale der Firma und die Meinung über das Unternehmen als Ganzes. (vgl. Wander, 2012)
Das Umfrageunternehmen ermittelte ebenfalls, dass nicht nur die Produktqualität für das Ansehen einer Marke ausschlaggebend ist. Kaufbereitschaft, Weiterempfehlungen und Investitionen bei einem Unternehmen hängen zu 60 Prozent vom Ansehen der Firma ab. Nur 40 Prozent von der Qualitätswahrnehmung der Produkte. (vgl. Weber Shandwick & KRC Research, 2012, S.1)

Für Unternehmen die Dachmarken und/oder Produktmarken führen, ist es demnach nachweislich wichtig Transparenz zu zeigen und sowohl in das Image ihrer Dachmarke als auch ihrer Produktmarken zu investieren.



Quellen:

Wander, N. (2012): Dachmarke oder Produktmarke - Auf was sollen Unternehmen setzen? Abgerufen am 04.12.2012 von: http://www.media-treff.de/index.php/2012/08/07/dachmarke-oder-produktmarke-auf-was-sollen-unternehmen-setzen/.
Weber Shandwick Deutschland (2012): Für 75 Prozent der Multi-Marken-Unternehmen ist die Dachmarke ebenso wichtig wie Produktmarken. Abgerufen am 03.12.2012 von: http://www.media-treff.de/index.php/2012/08/07/dachmarke-oder-produktmarke-auf-was-sollen-unternehmen-setzen/.
Weber Shandwick & KRC Research (2012): The Company behind the Brand: In Reputation We Trust. Abrufbar im Internet. URL: webershandwick.de/download/MultiBrandSpotlight_Report.pdf. Stand: 03.12.2012.

Sonntag, 2. Dezember 2012

Markenschutz

Abgerufen am 02.12.2012 von: http://blog-markenrecht.de/tag/markenanmeldung/


Noch ein humoristischer Beitrag, weshalb die rechtliche Eintragung einer Marke so wichtig ist ;)


Bei der Markenanmeldung ist folgendermaßen vorzugehen:
(Abgerufen am 30.11.2012 von: http://www.markenschutz-markenanmeldung.de/definition-marke-anmelden-markenanmeldung-markenschutz.htm)

Schritt 1
Recherche und Anmeldung führt zur Eintragung der Marke

Welcher Schutzumfang ist im konkreten Fall erforderlich? Sie sollten zusammen mit einem Fachmann genau eruieren, in welchem Bereich Sie derzeit und in naher Zukunft planen Ihr Produkt und Ihre Dienstleistungen zu nutzen. Erforderlich ist eine Festlegung örtlich (z.B. deutschland- oder EU-weit) sowie eine Eingrenzung der für Sie wichtigen Waren- und Dienstleistungsklassen ohne den Benutzungszwang nicht einhalten zu können, d.h. die Marke für entsprechende Klassen nicht ausreichend nutzen zu können. Hier ist eine gute Beratung und Auswahl des Schutzumfangs unumgänglich. Denn ohne große Erfahrung bei Markenanmeldungen kann Ihre Marke durch nicht passende Auswahl des Schutzumfangs wegen Verfalls gelöscht werden. Sie produzieren damit Kosten für die Anmeldung, aber „verspielen“ Ihren Markenschutz trotzdem.
  • Deutsche Marke - Marke für den Schutzbereich Deutschland

Die nationale deutsche Marke wird beim Deutschen Patent- und Markenamt angemeldet und in das entsprechende Register angemeldet. Der Schutzbereich der Marke ist dementsprechend auf Deutschland beschränkt.

  • Gemeinschaftsmarke

Die Gemeinschaftsmarke dient wie die nationale Marke dazu, Waren und Dienstleistungen eines Unternehmens von anderen zu unterscheiden. Die Eintragung einer Gemeinschaftsmarke bietet den Vorteil eines einheitlichen Schutzes in allen Ländern der Europäischen Union (EU). Erforderlich hierfür ist lediglich ein Eintragungsverfahren bei Harmonisierungsamt für den Binnenmarkt (HABM). Dies ist ein zeitlicher und auch ein finanzieller Vorteil.

  • Internationale Markenanmeldung/ IR-Marke

Beim Deutschen Patent- und Markenamt (DPMA) eingetragene Marken gelten ausschließlich für das Gebiet der Bundesrepublik Deutschland. Falls Sie den Schutz Ihrer Marke ausdehnen wollen, können Sie einen Antrag auf Internationale Registrierung (IR) bei der Weltorganisation für Geistiges Eigentum (WIPO/OMPI) stellen bzw. durch Ihren Anwalt stellen lassen. Bitte beachten Sie, dass Sie als jemand, der nicht in Deutschland seinen Wohnsitz hat, grundsätzlich einen Anwalt zur Anmeldung benötigen. Zudem ist es schon aufgrund der aufgezeigten Risiken ratsam, einen Anwalkt einzuschalten.

Welche Waren- und Dienstleistungsklassen und welche eines passenden Klassenverzeichnisses sind Ihrer Marke zuzuordnen?

  • Waren- und Dienstleistungsklassen

Grundlage für die Einteilung in Waren- und Dienstleistungsklassen ist regelmäßig die entsprechende Internationale Klassifikation für die Eintragung von Marken (Nizzaer Klassifikationsabkommen - KA). Diese unterteilt 34 Warenklassen (Klasse 1-34), für die die Markeninhaber Ihre Waren anmelden können und 11 Dienstleistungsklassen (Klasse 35-42) für die anzumeldenden Dienstleistungen.

  • Einzureichendes Waren- oder Dienstleistungsklassen-Verzeichnis

Neben den erforderlichen Anmeldeformularen ist ein Verzeichnis über die anzumeldenden Waren- und Dienstleistungsklassen einzureichen, die mit der Marke gekennzeichnet werden sollen. Das Nizzaer Klassifikationsabkommen (KA) unterteilt die einzelnen Klassen in viele Waren und Dienstleistungen, wobei es sehr wichtig ist, die auf den Fall passenden Bezeichnungen – und nur diese - auszuwählen. Gerade aufgrund des sich immerzu verändernden Markte mit neuen Waren und Dienstleistungen ist es dabei erforderlich, mit fachlichem Blick auch über das KA hinaus zu blicken und entsprechende ggf. neue Unterteilungen und Begrifflichkeiten gegenüber der Behörde zu kommunizieren und anzumelden.

Schritt 2
Überwachung und Vorgehen gegen Markenverletzungen


Dachmarken - Markenkommunikation

Quelle: http://blog-markenrecht.de/
wp-content/uploads/2009/05/fotolia_4423475_m.jpg
Marken stellen einen wesentlichen Teil von Unternehmenswerten dar. Sie dienen dazu, die Waren und Dienstleistungen der Unternehmen zu kennzeichnen. Dies geschieht durch ein besonderes, rechtlich geschütztes Zeichen.

Dadurch weist eine Marke Produkte eindeutig einem Unternehmen zu und unterscheidet sie von Konkurrenzprodukten. Das Kundenvertrauen und die Qualität des Produktes werden durch die Marke gesichert, so werden Werbeaktionen sinnvoller und erfolgsversprechend. Rechtlich bietet eine geschützte Marke Sicherheit für ein Unternehmen, indem es Mitbewerbern untersagt ist, identische oder verwechslungsfähige Marken zu verwenden.
 Somit erfüllt eine Marke folgende Hauptfunktionen:
- Unterscheidungsfunktion
- Garantie- und Wiedererkennungsfunktion
- Verteidigungsfunktion

Marken haben an sich einen Lebenszyklus, der sich nicht von dem eines Produktes oder einer Dienstleistung unterscheidet. Nachdem sich sich jedoch als Name etabliert haben, werden sie zunehmend unabhängiger von ihrer "eigentlichen Bestimmung und entwickeln ein eigenes Wesen."(Mast, 2008, S.429)
Wenn ein Unternehmen mehrere Produkte bzw. Marken anbietet, so werden alle gemeinsam unter einer Dachmarke geführt. In einem Konzern sind mehrere Dachmarken nebeneinander möglich (z.B. VW-Konzern: VW, Audi, Skoda, Seat etc.).

Hierzu verweise ich auch auf einen Beitrag von Patricia:
"Als Dachmarke wird innerhalb des Marketing die übergeordnete Marke eines sogenannten Markensystems bezeichnet, die sich durch einen besonders hohen Wiedererkennungswert (Reichweite) und in der Regel eine große Akzeptanz in der Zielgruppe auszeichnet und selbst keine eigentlichen Leistungen (Produkte/Dienste) bewirbt. Sie kommt vor allem in konzerngebundener Marktkommunikation vor und verbindet das System einer unbestimmten Anzahl sogenannter Monomarken und/oder Familienmarken unter ihrem Image."
(Für weitere Informationen: http://kommunikationsprozessepatricia.blogspot.de/2012/11/die-dachmarke.html)

Quelle: http://www.medialis.de/uploads/pics/Dachmarke_rot.jpg

























Weitere Definitionen finden sich auf dem Blog von Maike:
http://surrealcommunication.blogspot.de/2012/11/begriffsdefinitionen.html
Auch auf Maikes Blog gefunden: Vor- und Nachteile einer Dachmarke:
http://surrealcommunication.blogspot.de/2012/11/vor-und-nachteile-einer-dachmarke.html

Die Identität einer Marke kann aber niemals vollständig durch Markenkommunikation gesteuert oder beeinflusst werden. Markenkommunikation kann lediglich zum richtigen Zeitpunkt das tun, was den Nachfrager in seinem Verhältnis zur Marke in die gewünschte Richtung führen könnte. Hierbei möchte ich auch noch einmal kurz den Aspekt Organism aus dem Stimulus-Organism-Response-Modell betonen. Über die Reaktion auf einen solchen Reiz entscheiden in einem Individuum, seine Wahrnehmung der Reize und die darauf folgende gedankliche Verarbeitung und Bewertung. Welches Verhalten letztlich relsultiert hängt von bereits vorhandenen Handlungsmotive, aktueller Stimmung und geweckten Emotionen ab. (hierzu nochmal zum genauer Nachlesen: http://dicotalication.blogspot.de/2012/11/kommunikationstheorie-das-s-o-r-modell.html)
Ob Marken einen sehr kurzen oder sehr langen Lebenszyklus aufweisen, hängt davon ab, wie sich ihre Stärke am Markt entwickelt und wird durch die Markenführungsstrategien des Unternehmens bestimmt. Dachmarken sind für eine langfristige Konsumentenbindung mit dem Konsumenten und haben einen längeren Lebenszyklus. Einzelmarken hingegen neigen eher dazu, eine kürzere Lebensdauer zu entwickeln.
Aufgabe der Markenkommunikation ist es, die Reaktionen der Bezugsgrupe so realistisch wie möglich einzuschätzen und ihre Maßnahmen entsprechend abzustimmen. "Wenngleich Marktkommunikation, PR und interne Kommunikation dabei integriert zusammenarbeiten müssen, so weisen sie doch in den einzelnen Lebensphasen unterschiedliche Schwerpunkte auf." (Mast, 2008, S.420)

In erster Linie ist das Ziel der Markenkommunikation bei einer Dachmarke der Aufbau von Markenvertrauen bei den Bezugsgruppen und die glaubwürdige Vermittlung von Kompetenzen. "Dazu muss sich die Marke zu ihren Wurzeln, d.h. zu ihrer Identität, bekennen und diese uneingeschränkt verteidigen. Die Wurzeln einer Dachmarke sind in der Unternehmensidentität zu finden."(Mast, 2008, S.422)

Eine geringere Rolle spielt die Glaubwürdigkeit des Gesamtunternehmens für die Kommunikation von Einzelmarken. Allerdings ist, begründet durch die ansteigende Markenvielfalt und den dadurch verstärkten Markenwettbewerb, der Profilierungsaufwand um ein Vielfaches höher als bei Dachmarken. Leichter beeinflussbar und wichtiger als das Vertrauenkapital sind für das Verbraucherverhalten jedoch andere Faktoren wie Geschmack, Gewohnheit, Neugierde und Preis. In solchen Situationen können klassische Instrumente der Marktkommunikation (z.B. Werbung) eine höhere Input-Output-Relation aufweisen als beispielsweise die PR oder die interne Kommunikation.

Die wichtigsten Punkte zur Markenkomunikation noch einmal auf den Punkt gebracht:
  • Die Identität einer Marke ist Basis für den Aufbau von Image und Reputation.
  • Marken müssen glaubwürdig und mit Inhalt angereichert kommuniziert werden.
  • Eine wertorientierte Markenkommunikation integriert Maßnahmen der Marktkommunikation, Public Relations und der internen Kommunikation.
  • Der Erfolg der internen Kommunikation als Markenwerttreiber wird bestimmt durch das Potenzial der Unternehmensstruktur, der internen Markenführung und der Mitarbeiter.
  • Die Strategie der Markenkommunikation orientiert sich an der aktuellen Unternehmenssituation, der Lebensphase der Marke sowie der Markenstrategie bzw. dem Markentypus.
  • Die interne Kommunikation ist die führende Kommunikationsdisziplin bei der Markeneinführung.
(Mast, 2008, S.423)



Alle wesentlichen Aspekte, die eine Marke ausmachen, sind in diesem kurzen Clip auch nochmal sehr anschaulich zusammengefasst:



Quellen:

Mast, C. (2008). Unternehmenskommunikation. 3. Auflage. Stuttgart: Lucius & Lucius.

Abgerufen am 01.12.2012: http://www.markenschutz-markenanmeldung.de/definition-marke-anmelden-markenanmeldung-markenschutz.htm

Abgerufen am 01.12.2012: http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Archiv/57705/dachmarke-v4.htmlhttp://www.markenfaktor.de/

Abgerufen am 30.11.2012: http://www.media-treff.de/index.php/2012/02/02/erfolgsfaktoren-fur-die-interne-markenverankerung/

Abgerufen am 30.11.2012: http://www.media-treff.de/index.php/2012/08/07/dachmarke-oder-produktmarke-auf-was-sollen-unternehmen-setzen/

Abgerufen am 30.11.2012: http://www.media-treff.de/index.php/tag/markenkommunikation/

Abgerufen am 30.11.2012: http://www.marke.at/content/knowledgebase/papers_and_studies/paper_detail.asp?paperID=88&catID=-1



Video: https://www.youtube.com/watch?v=j0t-82uyjFg